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Islam Blues
Islam Blues

Produktinformationen

Besetzung

Kudsi Erguner - ney (reed flute)
Yunus Balcioglu - vocals
Halil Neciboglu - vocals
Bruno Caillat - double bass, percussion
Derya Turkan - kemençe (turkish violin)
Hakan Güngor - kanun (sitar)
Nguyên Lê - guitar
Renaud Garcia-Fons - doublebass
Mark Nauseef - drums
Karim Ziad - drums on track #7


Aufnahmedetails

Recorded by Walter Quintus at Studio Zerkall in May 2000
Mastered by Walter Quintus
Produced by Kudsi Erguner and Walter Quintus


"Welt-Musik der Sonderklasse", "ein glänzendes, bilderreiches Album", "überragend". Mit Worten wie diesen lobte die Presse 1999 Kudsi Erguners CD "Ottomania", die klassische Musik des osmanischen Reiches mit den Improvisationen von drei Jazz-Spitzenmusikern zusammenbrachte (Saxophonist Christof Lauer, Tubaspieler Michel Godard und Schlagzeuger Mark Nauseef). Jetzt hat Erguner, Virtuose der Schilfrohrflöte Ney, sein anspruchsvolles Erfolgs-Projekt in erweiterter Dimension fortgesetzt - mit der CD "Islam Blues".

Sie könnte ein neuer Meilenstein auf dem beachtlichen Weg Erguners werden, der unter anderem Filmmusiken für Martin Scorsese (zusammen mit Peter Gabriel) und Peter Brook schrieb, Ballettmusik für den großen Choreographen Maurice Béjart machte und in einer vielbeachteten Produktion der Salzburger Festspiele die orientalischen Einflüsse in Mozarts "Entführung aus dem Serail" herausstrich. 1952 in der Türkei als Sohn des Ney-Meisters Ulvi Erguner geboren, hat er sich als Musiker, Musikwissenschaftler, Lehrer, Autor und Übersetzter auf vielfältige Art um die Neubelebung der türkischen Tradition verdient gemacht - und immer wieder aufregende Grenzgänge unternommen. Naheliegend bei einem, der seit seiner Studienzeit (von 1975 an) im Ausland lebt (Paris).

In "Islam Blues" spielt Sufismus, die Weisheitslehre und Mystik des Islam, eine noch größere Rolle als auf "Ottomania". Mit dem Sufismus hat sich Erguner schon in seiner Jugend beschäftigt. Er besuchte Sufi- Bruderschaften, ließ sich deren Lehre und Musik näherbringen. Und bereits 1988 hat er Sufi-Musik aufgenommen - " The Mystic Flutes Of Sufi", Präludien zu den Zeremonien der tanzenden Derwische. Diesmal wird nicht nur gespielt, sondern auch gesungen: Zwei Vokalisten gehören zum Ensemble. Lobes- Hymnen auf Mohammed, Lebensweisheiten und Liebesgedichte von Autoren aus der Zeit des Propheten flossen als Literatur in dieses Album ein. Außerdem lehnt sich Erguner an die Gepflogenheiten des "Zikr"- Ritus an: Bei diesen Zusammentreffen der Derwische wird der Name des Propheten ausgerufen, und Musik unterstreicht die zeremonielle Gefühls-Ekstase. Erguner hat mit seinen Kompositionen die Atmosphäre dieser Zeremonien in eine musikalische Universalsprache übersetzt: ganz nah an den Quellen und doch im offenen Meer der Klänge.

Erguners Jazzgäste sind diesmal neben Mark Nauseef der großartige Kontrabass-Artist Renaud Garcia-Fons und der Ausnahme-Gitarrist Nguyen Lé, in Paris großgewordener Sohn vietnamesischer Eltern und hochkarätiger Wandler zwischen unterschiedlischen Musikwelten. Außerdem übernahm in einem Stück ("Twins") der aus Algerien stammende Multi-Instrumentalist Karim Ziad, der soeben mit seiner CD "Ifrikya" (ACT 9282-2) eine bemerkenswerte "nordafrikanische Reise durch Paris" veröffentlicht hat, den Schlagzeug-Part. Mit dem türkischen Ensemble gehen die Jazzer eine echte Symbiose ein: Während die ungemein weich und zart klingende türkische Violine sich fast wie ein Jazz-Instrument in die Modulationen schmiegt, könnten Nguyên Lê´s Gitarre und Renaud Garcia-Fons’ Bass fast als orientalische Instrumente durchgehen. Und Erguners Flöte, dieses Schilfrohr, das Geschichten erzählt, ist längst in beiden Welten zuhause.