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Jazz At Berlin Philharmonic
Jazz at Berlin Philharmonic III

Mozdzer Danielsson Fresco © Przemek Krzakiewicz-Swaryczewski
Mozdzer Danielsson Fresco © Przemek Krzakiewicz-Swaryczewski
Leszek Mozdzer
Leszek Mozdzer

Produktinformationen

Besetzung

Leszek Możdżer / piano
Lars Danielsson / bass & cello
Zohar Fresco / percussion

Atom String Quartet :
Dawid Lubowicz / violin
Mateusz Smoczyński / violin
Michał Zaborski / viola
Krzysztof Lenczowski / cello


Aufnahmedetails

Produced by Siggi Loch & Leszek Możdżer
Presented by Stiftung Berliner Philharmoniker

Recorded live in concert at the Berlin Philharmonie (KMS)
by Klaus Scheuermann and Piotr Taraszkiewicz

Mixed and mastered by Grzegorz Czachor and
Klaus Scheuermann. Additional mixing by Marek Heimbürger.


Jazz bedeutet, die Dinge immer zum ersten Mal zu machen: Auch die Konzertprogramme von „Jazz at Berlin Philharmonic“ sind diesem Credo verpflichtet. Einzigartig, überraschend und mit offenem Ausgang erklingen im Kammermusiksaal bisher ungehörte Musikerkombinationen und Grenzen überschreitende Projekte. Nicht zuletzt deshalb sind die seit November 2012 stattfindenden und fast immer ausverkauften Konzerte Highlights in der Berliner Musiklandschaft.

Am 7. Mai 2014 machte sich „Jazz at Berlin Philharmonic“ zu einer musikalischen Reise in den Osten, in die Jazz-Hochburg Polen, auf. Spricht man vom aktuellen polnischen Jazz, dann kommt man an Leszek Możdżer nicht vorbei. Der 1971 geborene Tastenvirtuose ist in seiner Heimat ein Popstar des Jazz, seine Alben sind durchweg in den polnischen Charts zuhause und verdrängen, wie „Komeda“ 2011, schon mal Sting oder Beyoncé von der Spitze.

Możdżers Musik ist tief in der polnischen Musiktradition verwurzelt, aber zugleich auch Aufbruch zu neuen Ufern. In seinem Spiel versöhnt er das Leichte mit dem Schweren. Bei ihm ist alles drin: Klassik, Jazz und Pop. Alles durchdrungen, sich befruchtend: Eine klassische Klavier-Ausbildung ist die Basis, um mit virtuoser Technik eigene Klangwelten zu erforschen. Chopin, der Nationalheld der polnischen Musik, ist bei ihm stets eingewoben. Aber auch moderne polnische Komponisten bis in den Pop hinein inspirieren ihn, ein Witold Lutosławski etwa, der komplexe sinfonische Werke ebenso schrieb wie publikumswirksame „Hits“. Oder ein Krzysztof Komeda, der Begründer einer eigenwillig lyrischen, genuin polnischen Klangsprache im Jazz.

Ohne Możdżers musikalische Freunde wäre der Konzertabend nur die Hälfte wert gewesen: Im Duo mit dem schwedischen Bassisten und Cellisten Lars Danielsson oder erweitert zum Trio mit dem israelischen Perkussionisten Zohar Fresco gehen Virtuosität und Musikalität Hand in Hand. Zwei Seelenverwandte, mit denen Możdżer seit nunmehr 10 Jahren eng zusammenarbeitet.

Mit dem Atom String Quartet treffen die drei erstmals auf ein Streichquartett, wie es weltweit einmalig ist und das internationalen Vorgängern wie dem amerikanischen Kronos Quartet in nichts nachsteht. Herausragende klassische Technik und stupendes Improvisationstalent ermöglichen diesen vier, ihre Instrumente mit bislang ungekannter Bandbreite zu nutzen.

Aus dem Zusammentreffen dieser hochkarätigen Ausnahmemusiker entstehen abwechslungsreiche und dabei stets spannungsgeladene Klanggeflechte: Sind es bei „Praying“, einer bereits auf dem Duo-Album „Pasodoble“ enthaltenen Komposition, die intimen Dialoge zwischen Możdżer und Danielsson, die rhythmische Energie bei „Gsharim“ oder das farbenreiche Wechselspiel zwischen Klavier und Streichern bei „Love Pastas“.

Gemeinsam zaubern Leszek Możdżer & Friends, die Protagonisten im ausverkauften Kammermusiksaal, einen umjubelten Konzertabend aufs Parkett, der abermals zeigt, dass die Melange aus Jazz, Klassik und Volksmusik wichtige Impulse für die Zukunft des europäischen Jazz liefert - und Polen hier mit Możdżer am Klavier gehörig seine Finger im Spiel hat.