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Ida Sand - ©ACT / Magnus Selander
Ida Sand - ©ACT / Magnus Selander
Ida Sand - ©ACT / Magnus Selander
Ida Sand - ©ACT / Magnus Selander

Produktinformationen

Besetzung

Ida Sand - vocals, grand piano, wurlizer
Ola Gustafsson - guitars
Mattias Torell - guitars
Peter Forss - electric & upright bass, violin
Per Lindvall - drums, percussion


Aufnahmedetails

Recorded and mixed by Janne Hansson at Atlantis Studios, Stockholm, Sweden, October 23 - 26, 2008
Masterd by Klaus Scheuermann at 4ohm, Munich, Germany, November 2008
Produced by Ola Gustafsson and Ida Sand
Executive Producer: Siegfried Loch

IDA SAND’s TRUE LOVE exclusively available for download on iTunes NOW:


Selten war ein Debüt einer skandinavischen Sängerin so überraschend wie das der Schwedin Ida Sand mit Meet Me Around Midnight (ACT 9716-2) vor zwei Jahren. Schlicht, weil es überhaupt nicht nach Skandinavien klang. Die „beste weiße weibliche Soulstimme seit langem“ hörten Kritiker wie Publikum da, erdig, herb, tiefschwarz und dem Gospel und Blues authentisch verbunden. Ein wesentlicher Unterschied zu den meisten anderen Sängerinnen ist außerdem, dass Ida Sand auch Pianistin ist und ihr Gesang mit ihrem Klavierspiel Hand in Hand geht. Ein orts- wie zeitloses Album war entstanden, nicht zuletzt dank der Starthilfe der weltweit operierenden schwedischen Groovemaster Nils Landgren und Ulf Wakenius.

An dieser Grundrichtung hat sich auch beim neuen Album True Love (ACT 9481-2) nichts geändert. Allerdings klingt es eindeutig persönlicher, was sicher auch daran liegt, dass Sand gerade Mutter einer Tochter geworden ist. „Einige Songs haben direkt mit meiner Familie zu tun und dem Glück, einen liebenden Mann und ein Kind zu haben. Aber natürlich singe ich auch andere, wo es mehr um Gemeinschaft und gesellschaftliche Werte geht.“ Hat sich denn ihre Stimme mit der Schwangerschaft verändert? „Nicht physisch, aber von der inneren Einstellung her. Und es macht mir noch mehr Spaß.“

Auch die Produktion war diesmal eine „Family Affair“. Idas Mann, der Gitarrist Ola Gustafsson war schon bei ihrem ACT-Debüt mit an Bord. Bei True Love spielt er nun nicht nur Gitarre, Dobro und Pedal Steel, er ist auch der Produzent. Was dem leichten und lockeren Charakter des Albums zugute kommt, ist Gustafsson in Schweden doch ein bekannter Name der Pop- und Rockszene. In den USA arbeitete er bereits mit Elvis Costello zusammen. Zur festen Besetzung gehören weiterhin Per Lindvall am Schlagzeug, Peter Forss am Bass und Mattias Torell an der zweiten Gitarre, als Gäste sind der Trompeter Peter Asplund und der Holzbläser Magnus Lindgren zu hören. „Alle Musiker sind Freunde von uns. Und das Atlantis Studio in Stockholm ist fast so etwas wie unser zweites Wohnzimmer, so viel Zeit haben wir dort schon verbracht. Es war also ein richtiges Familientreffen.“

Wie harmonisch und kreativ es dabei zuging, hört man True Love an. „Wir haben alle Stücke gemeinsam eingespielt. Ich gebe den Musikern dabei nicht vor, wie sie es zu spielen haben, jeder soll seine musikalische Persönlichkeit einbringen können. Ein Song sollte natürlich und unmittelbar entstehen.“

Tiefe grundlegende Gefühle sind der gemeinsame Nenner aller Songs auf True Love. Fünf herausragende, unterschiedlich angelegte Eigenkompositionen, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen, bilden den Kern des Albums. Da ist die langsame und ganz reduzierte Ballade „My Biggest Fear“, ihre fröhlichen Schwestern „Notice Me“ und „True Love“, das emphatischere, unmittelbar ins Herz treffende „As Long As You Love Me“ und schließlich das raue „Devil Game“, ein „Fight Song“, wie Ida Sand selbst meint. Umrahmt sind sie von Coverversionen unterschiedlichster Herkunft, was Ida so erklärt: „Ich bin sehr wählerisch, was Songs angeht. Neun von zehn Stücken, die ich komponiere, landen wieder im Papierkorb. Und so schaue ich mich um. Ein guter Song ist ein guter Song, egal von wem er stammt. Das ist das Wichtigste.“

Fündig wurde Ida Sand diesmal nicht nur bei den alten R&B-Recken wie Dewey Bunnell („Ventura Highway“), Robbie Robertson („The Weight“) und Allan Toussaint („Who’s Gonna Help Brother Get Further“) oder Klassikern wie „Loverman“. Die besonders in der Kombination verblüffenden Trouvaillen sind Neil Youngs Pop-Klassiker „Heart Of Gold“, Jimi Hendrix’ wüster Rock-Aufschrei „Manic Depression“ und Bob Marleys aufrüttelnde Reggae-Hymne „Redemption Song“. Allesamt aber sind sie hier kaum wiederzuerkennen, ganz auf die Melodie reduziert und instrumental völlig neu zusammengesetzt. „Bob Marleys Lied zum Beispiel haben wir bewusst komplett anders angelegt. Denn es wäre ja schrecklich, wenn wir wie eine Coverband klängen.“

Davon nun kann in der Tat keine Rede sein. Ida Sand ist hier eine ganz persönliche Liebeserklärung an ihre Familie, an die Musik und an die Welt gelungen. Eine „wahre Liebe“, die man nur erwidern kann.