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Dragonfly
Dragonfly

Produktinformationen

Besetzung

Huong Thanh - vocals
Nguyên Lê - electric & acoustic guitars, synthesizers & computer,
Duong Chi Tam - 16-strings zither (dàn tranh), moon shaped lute (dàn nguyêt), 2-string fiddle (dàn nhi), cai luong gtr, monocorde (dànbau), woodblock (song lan)
Hao Nhiên Pham - sao transverse bamboo flute, lutes, zither, sapek clappers
Dinh Cong Tuyên - pi thiu vertical flute
Richard Bona - vocals, fretless bass & percussions
Renaud Garcia-Fons - pizz & arco acoustic 5-string bass
Tino di Geraldo - cajón, frame drum
Paolo Fresu - trumpet & flugelhorn
Etienne Mbappé - fretted & fretless bass
François Verly - percussions (shaker, tibet bowl, tuned bells, gongs, chimes & brushes) & tablas
Dominique Borker - acoustic piano
The Barbès Deluxe strings :
Raphaëlle Pacault - violin
Martin Rodriguez - viola
Sophie Lechelle - cello


Aufnahmedetails

Engineered and mixed by Nguyên Lê at Studio Louxor, Paris Barbès from August 2000 to May 2001
Mastered by Jean Pierre Bouquet at l'Autre Studio
#5 & 9: Sounds included in this recording are from the Percussive Adventures Sound Library, produced by Christopher Page for East West Communications, Inc.
Produced by Nguyên Lê


"Dragonfly: Dieses Wort trägt viele Bedeutungen in sich, die unvorhergesehene Übereinstimmungen und Verbindungen wie auch schillernde Begegnungen freisetzen.
In dem Titelstück "Dragonfly" kulminiert das Unvorhersehbare in einem zarten Duell zwischen der vietnamesischen Pariserin Huong Thanh und dem kamerunischen New Yorker Richard Bona. Es war schon notwendig, dass ein so mythisches Tier wie der Drache - ein Glück und Macht verheißendes Symbol in Asien - sich in die Lüfte erhebt, um die Kluft, die zwischen den unterschiedlichen Stilen, den unterschiedlichen geographischen und historischen Szenerien besteht, zu überbrücken und vergessen zu machen. Und dasselbe gilt letztendlich für das gesamte Album: Zauber und Magie liegen in dieser Alchimie von ausgeprägter Traditionalität und Reinheit des Gesanges und der vietnamesischen Instrumente einerseits und plötzlicher Präsenz des Elektronischen, des Grooves, der Saiteninstrumente und des afrikanischen Gesanges andererseits. Schwingen wir uns auf den Rücken des Drachens und fliegen wir mit ihm ins Weite!" 
Nguyên Lê
Dragonfly ist ein Albumtitel mit vielfältiger Bedeutung. Gemeint ist damit einerseits die Libelle, die in Frankreich wegen ihrer Weiblichkeit und Grazie auch "Demoiselle", Fräulein genannt wird. Wörtlich genommen, bedeutet der Titel im Englischen "Flug des Drachen" -  und in Vietnam spielt der Drache in den Gründungsmythen des Landes eine wichtige Rolle: So wird Vietnam auch als das Land der Kinder des Drachen und der Unsterblichen bezeichnet.
Aus Vietnam stammt die Sängerin Huong Thanh, die mit ihrem ´99er Debütalbum Moon and Wind bereits die Ohren der westlichen Welt aufs Feinste verwöhnte. Ihr neues Werk Dragonfly knüpft nahtlos an die Faszination von westlichen Melodien und Rhythmen mit fernöstlichen Musiktraditionen an. Zehn Titel lang schwelgen die beteiligten Musiker zwischen Tradition und Moderne, zwischen verschiedenen Spielweisen und Auffassungen, zwischen der betörenden Stimme von Huong Thanh und den vielen kleinen Feinheiten in der Instrumentierung der Stücke.
Gefühlvolle, flächige Synthiesounds treffen auf warme und dosierte Gitarrenklänge und eine sehnsuchtsvoll gestopfte Trompete und werden langsam angeschoben von einem unaufdringlich pulsierenden, später entspannt groovenden Bass und polyrhythmischer Trommel. Das Liebeslied "Graceful Bamboo" ist ein wundervolles Beispiel für die Verschmelzung von sinnlich-vietnamesischem Gesang inmitten einer facettenreichen Klangwelt, die die zarte Stimme von Huong Thanh lieblich umgibt, ohne sich irgendwo anzubiedern. Dragonfly bietet ein buntes Kaleidoskop grenzüberschreitender Weltmusik. Afrikanische Backgroundvocals vom New York-Kameruner Bassist Richard Bona mischen sich mit Zitherklängen, Flöten und Groove-Bass zu einem fröhlichen Gang durchs Tal ("Crossing The Valley"). Und auch beim Titelstück "Dragonfly" übernimmt der charismatische Richard Bona wieder Gesangsparts, greift zu Bass, Derbouka, Bongos und Shaker und gestaltet so Kontinente umfassende Musik mit, die durch die cajón, dem traditionellen Schlagwerkinstrument beim Flamenco, noch kurz in Südeuropa stoppt.
Der in Paris lebende, aus Vietnam stammende Gitarrist Nguyên Lê hat die fast  ausschließlich traditionellen Stücke dieses Albums produziert und arrangiert und dies mit viel Verständnis für die Musikkultur Vietnams getan. Er bewahrt in seinen Arrangements den originären Charakter der Traditionals, erweitert ihn allerdings behutsam und scheut sich nicht, alte Strukturen mit jazzigen Linien und Einflüssen aus aller Welt zu durchziehen. Charakteristische Instrumente Vietnams paaren sich wie selbstverständlich mit modernem, elektronischem Musikwerkzeug. In diese wundersam funktionierende Melange fügt sich die bezaubernde Stimme von Huong Thanh, die übrigens seit 1977 ebenfalls in Paris beheimatet ist, ein und lässt den Drachen, bildlich gesehen, sanft und leicht durch die Lüfte segeln.