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Bernard Purdie
Soul To Jazz II

Soul To Jazz II
Soul To Jazz II

Produktinformationen

Besetzung

with Stanley Turrentine , Vincent Herring , Hank Crawford , Cornell Dupree , Junior Mance , Benny Green , Jack DeJohnette

Bernard Purdie's Soul to Jazz Rhythm:
Stanley Banks b-gtr, George Naha rh-gtr, Pancho Morales perc, Bernard Purdie dr

Other guests:
Howard Johnson (bs), Jack Walrath (tp), Clark Gayton (tb)


Aufnahmedetails

Recorded by James Anderson at Avatar Studios, New York City, USA on January 24 - 26, 1997
Mixed by James Anderson at Chung King Studios New York City, USA on March 2 - 4, 1997
Mastered by Achim Kruse
Produced by Bob Belden


Instrumentalmusik hat nie den kommerziellen Erfolg der Vokalmusik verzeichnen können - entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung vieler Generation populärer Musik hat sie dennoch genommen. Vor dem Aufkommen des Rock’n’Roll zählten große Teile der Jazz-Tradition zur populären Musik. Noch lange nach dem Erfolg der Rockmusik haben Künstler von Ray Charles bis zu Eddie Harris Elemente des Pop-Songs erfolgreich mit Gospel, Blues und Jazz verknüpft. In den 50ern und 60ern nahm der Soul seinen Platz unter den großen populären Strömungen ein. Wir identifizieren diesen "Soul"-Sound heute mit den Sängern und Sängerinnen, die ihn berühmt gemacht haben: Jackie Wilson, den Temptations, Aretha Franklin. Aber viele große Musiker haben erst das Fundament gelegt, auf dem deren Erfolg aufgebaut werden konnte.

Herausragend unter diesen frühen Soul-Musikern war King Curtis. Seine Band begleitete Aretha Franklin und spielte als Hausband bei den ersten großen Atlantic-Rhythm’n’Blues Sessions. Zu dieser Zeit stieß ein junger Schlagzeuger aus Maryland, Bernard Purdie, zu King Curtis’ Band. Dort wurde Jerry Wexler auf ihn aufmerksam, Purdie bekam die Chance, selbst Sessions für Atlantic zu spielen. Bernard Purdie wurde einer der gefragtesten und am häufigsten aufgenommenen Schlagzeuger des Musikgeschäfts - seine Credits reichen von Lou Donaldson bis zu Joe Cocker, von Miles Davis bis zu Jimi Hendrix. Wenn er nicht gerade irgendeinem großen Rockstar zu einem fantastischen Studiosound verhilft, nimmt Purdie Platten wie "Soul To Jazz" (ACT 9242-2) mit der WDR Big Band auf.

Der Erfolg führte zu "Soul To Jazz II", einer intimeren Platte, die aber mit der Erforschung ähnlicher Themen dort weitermacht, wo die erste Aufnahme aufhörte. Eines der Elemente, die Soul und Jazz verbinden, ist das gemeinsame Erbe der Gospel-Musik. Die schmerzhaft traurige Atmosphäre in "Sometimes I Feel Like a Motherless Child" und "Nobody Knows the Trouble I’ve seen" prallt auf den aufbauenden Geist von "Joshua (Fit De Battle of Jericho)" und "Amen". Ralph McDonald und William Salters "Mr. Magic" und auch Isaac Hayes’ "Theme from ‘Shaft’" sind Ikonen dieser SouI/Jazz-Beziehung, die Purdie und seine Kumpel im Stil einer Jam Session behandeln, gerade so, als würden sie die Themen in deinem Wohnzimmer spielen.

Purdies Band ist eine Versammlung unermüdlicher Veteranen, die gemeinsam mit ihm selbst geholfen haben, jenes Musikgenre zu definieren, das diese Platte erkundet. Ergänzt werden sie durch einige jüngere Bandmitglieder, die "Soul To Jazz" in ihrem eigenen Sound verinnerlicht haben. Cornell Dupree war bereits in King Curtis’ legendärer Band, als Purdie hinzustieß. Sein "weniger ist mehr"-Stil, besonders deutlich beim Opener, kann klagen, ohne zu jammern, aber auch ein derart kraftvolles rhythmisches Fundament legen, das man unwillkürlich beginnt, mit dem Fuß zu wippen, wie in Junior Mance’s "Jubilation".

Purdie hat noch weitere Musiker hinzugebeten, wie Junior Mance, einen der "unsung heroes" unter den New Yorker Jazz-Pianisten, sowie einen Mann, dessen Sound auf einzigartige Weise mit dem SouI/JazzGenre verbunden wird: Stanley Turrentine. Staniey spielte in den großen Orgel-Triosvon Jimmy Smith und Shirley Scott und hatte eine Vorreiterrolle in den einflußreichen frühen R’n’b Bands von Earl Bostic (wo er John Coltrane ersetzte) und Ray Charles. Ein weiterer Veteran der Ray Charles Band ist Hank Crawford. Crawford hat mit B.B. King und Ike and Tina Turner gearbeitet, bevor er zu Ray Charles stieß. Anschließend nahm er eine erfolgreiche Solo- und Session-Karriere auf, bevor es nun für diese Platte zur Reunion mit Purdie kam.

Der Einfluß von Hank Crawford und Junior Mance kann gehört und gefühlt werden in den nachfolgenden Generationen, hier vertreten durch Altsaxophonist Vincent Herring und Pianist Benny Green. Herring verbindet "Donnerwetter"-Technik mit einem nüchternen Sinn für Spiritualität. Benny Green ging durch die harte Schule von Betty Carter und Ray Brown und spielt heute mit einer Reife, die weit über die Zahl seiner Jahre hinausgeht.

Jack DeJohnette hat sich in seiner Generation den Schubladen ebenso verweigert wie Bernard Purdie in der seinen. Obwohl viele seinen Stil eher mit Charles Lloyd oder Keith Jarrett verbinden würden, hat er in seiner Arbeit mit Pat Metheny, gar nicht zu reden von John Coltrane und Miles Davis, seine Nähe zur "funky side of jazz" bewiesen. Alle diese Künstler arbeiten mit Bernard Purdie daran, neue Klänge im Soul und Jazz zu kreieren, sie zu dieser stolzen Tradition amerikanischer populärer Musik hinzuzufügen.